Rostock und Verkehrsziele

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Die Rostocker Bürgerschaft stimmt darüber ab, wie der Verkehr bis 2030 gestaltet werden soll. Ein Kommentar.
Während die Bürgerschaft über den Mobilitätsplan Zukunft (MopZ) abstimmt, müssen die Bürger der Stadt mit einem Verkehrssystem leben, welches ohne jede Vision geschaffen wurde. Die Stadt ruht sich auf dem Angebot des ÖPNV in Rostock aus und betreibt Verkehrspolitik aus einer anderen Zeit.
 
Während in Rostock nach den neuen Plänen der Kfz-Anteil bis 2030 um gerade einmal 4 Prozent sinken soll, erklären andere Staaten bereits den Abschied vom Verbrennungsmotor – und das ebenfalls ab 2030. Während Rostock in den kommenden 12 Jahren eine einzige E-Bus-Linie  einführen will, stellen Städte wie Hamburg in der gleichen Zeit ihren gesamten Busverkehr auf Elektromobilität um.
 
Beim MopZ wird von einem „Kompromiss“ gesprochen. Es ist dabei offensichtlich, wer dafür zurückstecken musste: Nicht nur die Radfahrer und Fußgänger, sondern alle Bürger und Besucher der Stadt bezahlen bei diesem „Kompromiss“ mit ihrer Gesundheit. Die Erkenntnisse der letzten Jahre in den Bereichen Dieselskandal, Klimaschutz und nachhaltiger Verkehrsführung werden gänzlich ignoriert. Gleichzeitig wird kritisiert, dass Busspuren eröffnet werden sollen, um die Stadt vom Autoverkehr zu entlasten. Denn auch wenn die IHK gerne mehr Spuren hätte – auch Pendler können den ÖPNV nutzen. Der Umweltverbund besteht eben nicht nur aus dem ÖPNV, sondern auch aus Fußgängern und Radfahrern. Gerade hier spiegelt der MopZ mit seinen „Zielen“ für 2030 die ambitionslose und ideenlose Verkehrspolitik der Vergangenheit wider. Klima- und Gesundheitsschutz im Verkehr ist nur durch die Schaffung einer attraktiven und sicheren Radinfrastruktur kostengünstig und schnell zu erreichen.
 
Verstopfte Straßen, dreckige Luft, ständiger Lärm: Großstädte wie Rostock ersticken an einer Verkehrspolitik, die sich nur um das Auto dreht. Dabei ist klar: Die Ära von Diesel und Benziner geht zu Ende – es ist an der Zeit, den Lebensraum Stadt zurückzuerobern.
 
Greenpeace Rostock fordert daher:
 
  • Fahrverbote für schmutzige Diesel in der Stadt
  • starker Ausbau des Rad- und öffentlichen Nahverkehrs
  • konkrete Konzepte für alternative Mobilität
  • Reduktion des Kfz-Anteils um deutlich mehr als 4% bis 2030
  • Ausbau der Elektromobilität

Weiterführende Links

Informationen und Publikationen zur Verkehrswende
Bericht über die Abstimmung zur Verkehrsplanung

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